Sicher unterwegs | Schulweg

Der sichere Schulweg

Viele besorgte Eltern fahren ihr Kind mit dem Auto zur Schule, nämlich 12 % der Vorarlberger Eltern. Sie wollen sie vor den Gefahren des Straßenverkehrs bewahren und es ist einfach bequem und unkompliziert. Doch dass sie ihrem Kind damit eigentlich gar nichts Gutes tun, ist vielen nicht bewusst.

Zwei Drittel unserer Fähigkeiten erlernen wir außerhalb von Bildungseinrichtungen wie der Schule. Wer sein Kind zu sehr behütet, behindert damit dessen Entwicklung. Der Schulweg ist für viele Kinder ein erster Schritt in die Selbständigkeit. Während dem Marsch von der Schule nach Hause können die Kleinen viel erleben und entdecken, was sehr wichtig für die Entwicklung ist. Egal ob es ein schöner Schmetterling, oder eine Baustelle mit einem großen Bagger ist, die Kinder sind fasziniert davon und lernen so spielerisch. Dabei ist es ganz normal, dass sie auf dem Schulweg mit ihren Klassenkameraden streiten oder trödeln und so einmal etwas länger brauchen, bis sie zu Hause sind. Immerhin 67 % der Vorarlberger Volksschulkinder gehen täglich zu Fuß zur Schule und der Großteil wird dabei von Freunden begleitet. So macht es gleich doppelt so viel Spaß.   

Zu Fuß gehen ist nicht nur gut für die Entwicklung, sondern es fördert auch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Kinder. Mehr als die Hälfte der Kinder hat sowieso nur einen Weg der kürzer als ein Kilometer ist. Die Bewegung tut den Kleinen gut und somit kann man auf das Auto und das somit verursachte Verkehrschaos vor Schulen verzichten. Nämlich genau dieses ist sehr gefährlich für Kinder, die zu Fuß in die Schule kommen.

Natürlich muss der Schulweg mit den Kindern genau geübt und besprochen werden. Kinder haben eine andere Wahrnehmung als Erwachsene. Das Richtungshören ist beispielsweise erst mit ca. 8 – 9 Jahren voll entwickelt. Ebenso können sie Lücken zwischen Autos schwer einschätzen. Diese eingeschränkten Fähigkeiten sollten von den Eltern natürlich berücksichtigt werden, wenn sie ihnen beibringen, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Sie sollten etwa lernen, lieber auf größere Lücken zu warten als schnell über die Straße gelangen zu wollen. Auch ist der kürzeste Weg nicht immer der Sicherste.

Grundsätzlich gilt immer: Die Eltern sollten ihre Vorbildwirkung ernst nehmen. Zeigen Sie ihrem Kind, wie es sich im Straßenverkehr zu verhalten hat, und leben Sie es vor. 

Kontakt

Luzia Kremmel, MSc
luzia.kremmel@sicheresvorarlberg.at
+43 / 5572 / 54343-41

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