Wohnräume

Treppen – sicher auf und ab

Treppauf, treppab – das macht Spaß… Aber: Treppen sind kein Spielplatz für Kleinkinder und sie führen auch nicht immer dort hin wo Kinder sich aufhalten sollten (Keller, Garage,…). Immer wieder verletzen sich Kinder bei Stürzen über Treppen schwer.

Zeigen Sie Ihrem Sprössling wie man richtig über eine Stiege geht. Mit einem Treppenschutzgitter können Kinder von der Treppe ferngehalten werden. Bei der Anschaffung sollte auf die genaue Passform und die sorgfältige Verarbeitung (scharfe Kanten, spitze Winkel usw.) geachtet werden. Von Zeit zu Zeit sollte geprüft werden, ob das Gitter noch immer richtig befestigt ist.

Spielsachen, Zeitungen, Schuhe, usw. haben auf Treppen nichts verloren – Treppen sind keine Abstellflächen – sie sind zum Überwinden von Stockwerken da!

Geländer/Galerie – rundum abgesichert

Auch durch falsche Geländerausbildung passieren immer wieder Unfälle mit schlimmen Folgen. Kinder wollen durch Klettern ein Geländer überwinden oder sich darunter durchzwängen.

Achten Sie darauf, dass zwischen Boden und Unterkante des Galerie- oder Treppengeländers nicht mehr als 10 cm Freiraum ist. Auch die Geländerstreben dürfen in einem max. Abstand von 10 cm situiert werden und müssen so angeordnet sein, dass sie nicht zum Hochklettern verleiten.

Lauflernwagen – gefährliche Mobilität

Der Name ist trügerisch: Lauf-LERN-Wagen. Nicht nur Sicherheitsexperten sondern auch Kinderärzte raten von diesem Produkt ab. Ein Laufwagen fördert keineswegs das schnellere Erlernen des Laufens. Es kann sogar die natürliche Bewegungsentwicklung gestört werden. Durch das Laufen auf Zehenspitzen kann ein „Spitzfuß“ eingeübt werden und die unreife Wirbelsäule wird falsch belastet – im Gegensatz zum altersspezifischen Krabbeln.

Neben den gesundheitlichen Belastungen geschehen oft Unfälle mit meist schweren Kopfverletzungen. Durch einen Lauflernwagen hat das Kind plötzlich einen wesentlich größeren Aktionsradius und bewegt sich für sein Alter viel zu schnell. Es ist daher erhöhte Vorsicht angebracht: Besonders bei Stufen, Treppen, schrägen Flächen, Glastüren, Terrassen, aber auch bei Teppichabsätzen, Schwellen und Kabel.

Bitte verzichten Sie zum Wohle Ihres Kindes auf dieses Produkt!

Gehschule – sicherer Freiraum

Die Gehschule oder auch Laufgitter genannt, bietet Schutz und Unterstützung zugleich. Das Kleinkind wird beim Erwerb seiner motorischer Fähigkeiten, wie Greifen, sich Hochziehen oder Festhalten unterstützt. Durch die senkrechten Stäbe wird dem Kind das aufrechte Stehen erleichtert und es wird sogar beim Laufenlernen unterstützt. Gleichzeitig wird ein gewisses Raum- und Sicherheitsgefühl gegeben und es bietet die Möglichkeiten Grenzen zu setzen.

Sinnvoll ist es, die Kinder bereits von Klein auf an die Geschule zu gewöhnen, so ist es nie eine "Strafe" wenn sie sich darin aufhalten - es kann sogar ein Rückzugsort für Ihr Kind werden, der trotzdem in Ihrer Sichtnähe ist. Viele Kinder spielen zwischendurch gerne im Laufgitter und fühlen sich dort keineswegs eingesperrt.

Heutzutage können Laufgitter auch anderweitig verwendet werden – zB um einen Kaminofen oder den Grill im Garten unzugänglich zu machen bzw. um einen Teil eines Zimmers vor den Kleinen zu versperren.

Eine sichere Alternative zum Lauflernwagen - Sie ist hilfreich um „unbeaufsichtigte Momente“ zu überbrücken und kann so auch "Stress" aus Ihrem Alltag mit Kindern nehmen!

Fenster – gekippt aber nicht geöffnet

Meist ereignen sich Stürze aus dem Fenster im berühmten unbeobachteten Moment – beispielsweise im Kinderzimmer, wo sich die Kleinen zum Spielen aufhalten. Sie hören andere Kinder auf dem Spielplatz, einen Hund bellen oder ein riesiger Kran lädt auf der Straßenseite gegenüber Materialien ab und schon klettern die Kleinen über Sessel oder Bank auf das Fensterbrett. Bei einem nicht gesicherten Fenster ist der Sturz nicht mehr weit.

Unfälle dieser Art zählen zwar nicht zu den häufigsten, oft enden sie aber besonders tragisch. Speziell gefährdet sind Kleinkinder im zweiten Lebensjahr, da Eltern die Geschicklichkeit ihres Sprösslings gerade in diesem Alter oft unterschätzen.

Versperrbare Fenstergriffe sind zu empfehlen. Auch Fenstersicherungen aus Kunststoff können gute Dienste leisten. Diese werden an Fensterrahmen und Fenster angeschraubt oder -geklebt. In beiden Fällen können die Fenster gekippt, aber nicht geöffnet werden. Nicht nur aus energietechnischen Gründen, sondern auch im Hinblick auf die Sicherheit Ihres Kindes macht es Sinn, kurz und dafür intensiv - also mit geöffnetem Fenster - zu lüften. In in dieser Zeit sollten Kinder beaufsichtig werden.

Alles worauf herumgeklettert werden kann, wie Stühle, Sessel, Regale, Tische oder Spielboxen, sollte aus der Nähe des Fensters verbannt werden.

Zimmerpflanzen – perfekt abgedeckt

Natürlich ist es schön, seine Wohnung mit Pflanzen zu schmücken. Was auch den Kleinen oft gefällt… Denn hier kann man die schönen, grünen Blätter abreißen, in der Blumenerde graben oder die tollen braunen Kugeln von Hydrokulturen herausklauben. Wenn es dabei bleiben würde, wäre es ja halb so schlimm. Wandern aber Blätter in den Mund oder werden die braunen Kugeln der Hydrokulturen verschluckt, kann dies böse Folgen haben!

Falls Sie während der „Kleinkindzeit“ nicht völlig auf Pflanzen verzichten wollen, versichern Sie sich, dass keine giftigen Pflanzen in Ihrem Haushalt sind. Verwenden Sie für Hydrokulturen Topfabdeckungen (oder binden Sie eine alte Seidenstrumpfhose um den Topf), um den Kleinen den Zugriff zu verwehren.

Plastiktaschen – unterschätzte Gefahr

Kinder spielen gern mit allem, was sie im Haushalt finden. In nahezu jedem Zuhause sind Plastiktaschen in rauhen Mengen vorhanden und das kann gefährlich werden. Über den Kopf gezogen, legen sie sich mit jedem Atemzug fester auf das Gesicht und das Kind kann sich aus dieser luftdichten Abdeckung nicht selber befreien. Auch älteren Kindern ist diese Gefahr oft nicht bewusst - aus Jux kann dann ganz schnell bitterer Ernst werden.

Achten Sie daher darauf, Plastiktaschen unter Verschluss zu halten und verwenden Sie vorzugsweise Papier- oder Stofftaschen.

Tabak/Alkohol – vorbildlicher Umgang

Kinder ahmen vieles nach, was ihnen Erwachsene oder ältere Kinder vormachen. Daher ist es doch nur verständlich, wenn Kinder zB eine Zigarette in den Mund nehmen oder aus einem Glas diese tolle rote Limo – die eigentlich Rotwein ist – trinken möchten.

Lassen Sie Gläser mit Alkoholresten nicht in Reichweite von Kindern stehen. Auch Rauchwaren sind nicht für Kinderhände bestimmt und verwenden Sie Feuerzeuge mit Kindersicherung.

Kontakt

Luzia Kremmel, MSc
luzia.kremmel@sicheresvorarlberg.at
+43 / 5572 / 54343-41

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