alle jahre wieder…
Pünktlich zum Beginn der kalten Jahreszeit häufen sich bei uns in der Kinderambulanz Verbrühungs- und Verbrennungsunfälle.
Ich kann mich gut an den knapp über einjährigen Theo (Name geändert) erinnern. Er machte gerade seine ersten Gehversuche und hatte sich mit beiden Händen am Schwedenofen abgestützt. Leider war der Schwedenofen gerade in Betrieb und daher heiß. An Theos Handflächen und Fingern hatten sich rasch große Blasen gebildet. Die Eltern waren voller Panik mit dem eigenen Auto in die Ambulanz gefahren.
Da zu Hause die Verbrennung noch nicht gekühlt worden war, kühlten wir die verbrannten Stellen mit lauwarmem Wasser und verabreichten ein Schmerzmittel. Bei schweren oder großflächigen Verbrennungen machen wir in der Regel gleich eine Analgosedierung. Das heißt, wir legen einen venösen Zugang und verabreichen sowohl ein starkes Schmerzmittel (Analgesie) als auch ein Medikament, das das Bewusstsein trübt (Sedierung). Erst dann reinigen wir die Wunde, entfernen abgestorbene Hautteile und verbinden sie mit einer Spezialgaze. Zum Glück hatte Theo zum größten Teil nur Verbrennungen zweiten Grades. Wegen einzelner kleiner Areale mit Verdacht auf tiefergradigere Verbrennung stellten wir Theo auf der Plastischen Chirurgie Feldkirch vor, um abzuklären, ob Haut transplantiert werden muss. Zum Glück war dies nicht notwendig. Allerdings musste Theo regelmäßig zum Verbandswechsel in unsere Ambulanz kommen. Aufgrund der Schmerzhaftigkeit erhielt Theo für die ersten Verbandswechsel erneut eine Analgosedierung, sodass er über mehrere Stunden zur Nachbeobachtung im Krankenhaus bleiben musste. Erfreulicherweise sind Theos Wunden gut geheilt Er kann seine Hände wieder ganz normal bewegen und es sind keine schlimmeren Narben zurückgeblieben.
Häufig passiert es daheim
Theo ist nur eines der zahlreichen Kinder mit Verbrennungen und Verbrühungen, die ich in den über 20 Jahren gesehen habe, seitdem ich auf der Kinder- und Jugendabteilung Dornbirn arbeite. Am häufigsten werden Verbrühungen durch umgekippte bzw. vom Tisch gezogene Töpfe, Teekannen und Tassen verursacht. Andere Ursachen sind Verbrühungen durch zu heißes Badewasser, Verbrennungen durch Herdplatten (wenn Kinder z.B. zum Zuschauen auf die Küchenanrichte gesetzt werden), Steckdosen bzw. elektrische Geräte, Mopedauspuffe, Sonnenstrahlung, Lagerfeuer und Feuerwerkskörper. Leider gibt es auch Verbrennungen und Verbrühungen, die den Kindern absichtlich zugefügt werden.
Kinder sind schnell und neugierig
Hauptursache für Verbrühungs- und Verbrennungsunfälle ist Unachtsamkeit. Oft werden kleine Kinder unterschätzt, wenn es darum geht, wie mobil und neugierig sie sind, und überschätzt, was deren Einschätzung von Gefahren betrifft.
Umso wichtiger ist es, den Haushalt kindersicher zu gestalten. Sehr hilfreich dafür sind die Checklisten und Sicherheitstipps von OBACHT – DAMIT ICH SICHER AUFWACHSE, einem Projekt von Sicheres Vorarlberg.