Blogbeitrag vom 15. Dezember 2022

VERANTWORTUNGSVOLL IM WINTER UNTERWEGS

Mit naturverträglichem Verhalten auf Tour soll keineswegs der Spaß an der Bewegung in draußen verdorben werden. Im Gegenteil: Das Anliegen von Lukas Rinnhofer ist es, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur so zu gestalten, dass unsere sensible Naturlandschaft auch für nachfolgende Generationen unbeschadet erhalten bleibt.

Ein frisch verschneiter Hang stellt für jede:n Wintersportler:in eine Augenweide und pure Verlockung dar. Nur: Für andere Bergbewohner ist mitunter genau dieser Hang Lebensraum – und der Winter bedeutet Überlebenskampf. Die Suche nach Nahrung wird für die Tiere in der kalten Jahreszeit zusehends schwieriger, ihr Energieverlust durch die Kälte ist höher – so sind die Bewohner alpinen Terrains einer ständigen Belastungsprobe ausgesetzt.

Für Schneehühner, Birkhühner, Gämse, Rehe, Hirsche und andere Tiere stellen die Wintermonate eine große Herausforderung dar. In diesen Monaten versuchen die Tiere so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen und warten bis die Tage im Frühling wieder länger werden, die Temperaturen ansteigen und das Nahrungsangebot wieder größer wird.

Schneeschuhwandern und Skitouren erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Sobald der erste Schnee gefallen ist, werden die Felle aufgezogen oder die Schneeschuhe angeschnallt und dann geht es genussvoll vom Tal hinauf auf den Berg.

Damit verbunden ist aber auch ein steigender Nutzungsdruck von Freizeitsportler:innen und Erholungsuchende auf jene Naturräume, die neben der Erholung eine wichtige Schutzfunktion für unsere heimische Tierwelt, aber auch für uns Menschen erfüllen. Für viele Wintersportler:innen ist es jedoch oft nicht ersichtlich, wo sich wichtige Rückzugsräume für die Wildtiere im Winter befinden.

Respektiere deine Grenzen

Respektiere deine Grenzen 

Dafür werden in Vorarlberg mit der Kampagne „Respektiere deine Grenzen“ unterschiedliche Maßnahmen zur Tourenlenkung gesetzt. Übersichtstafeln zeigen den Wintersportler:innen, welche Gebiete besonders sensibel sind und im Winter nicht befahren oder betreten werden sollen.

Der Schutz des Lebensraums bedeutet aber nicht nur Überleben für die Tiere, sondern auch für uns Menschen. Denn: Von ihren Futterplätzen aufgescheuchte Tiere fressen in der Folge mit Vorliebe an den Trieben junger Bäume des Schutzwaldes. Dieser soll eigentlich vor Hochwasser, Erdrutschen und Schneelawinen schützen, wird so aber massiv geschwächt. Und das wiederum gefährdet Siedlungen gleichermaßen wie Wintersportlerinnen und Wintersportler. Dies kann einfach vermieden werden. Mit einer naturverträglichen Tourenplanung können Wintersportler :innen einen großen Beitrag dazu leisten, zusätzliche Stresssituation für diese Wildtiere zu vermeiden. Vor allem in der Nacht und in den Dämmerungszeiten am Morgen und Abends sollten Wintersportler:innen daher besonders Rücksicht auf die Wildtiere nehmen und diese Zeiten für Touren meiden.

Mit mehr Wissen, was um uns herum passiert, können wir bewusste und bessere Entscheidungen für uns und unsere Umwelt treffen.

Naturverträgliche Tourenplanung – Wie funktioniert das?

Bei der Vorbereitung auf eine Schneeschuhwanderung oder Skitour sollte neben dem Lawinenlagebericht und der Wettervorhersage, auch die Überprüfung, ob die geplante Tour durch eine Wildruhezone oder ein Schutzgebiet führt, zum Standard gehören.

Auf der Plattform  www.respektiere-deine-grenzen.at  finden sich alle Informationen, um eine Tour naturverträglich zu planen. Die Checkliste bietet eine Übersicht über alle wichtigen Punkte die beachtet werden sollen und das Tourenplanungs-Handbuch behandelt alle Themen ausführlich.

Auch auf den Karten-Apps Outdooractive und Alpenvereinaktiv.com sind die Schutzgebiete und Ruhezonen eingezeichnet. Dafür muss jedoch der Layer „Hinweise & Sperrungen“ im Menü aktiviert sein.

Langfristiges Denken

Mit dem Thema naturverträgliches Verhalten auf Tour soll keineswegs der Spaß an der Bewegung in der Natur verdorben werden. Im Gegenteil: Das Anliegen ist es, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur so zu gestalten, dass unsere sensible Naturlandschaft auch für nachfolgende Generationen unbeschadet erhalten bleibt.

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