schutz vor hitze und UV-Strahlen für Kinder
desto jünger ein Kind ist, umso mehr schutz benötigt es
Die Temperaturen in Österreich sind in den letzten Jahren sichtlich angestiegen. Dies zeigt sich auch in einer deutlichen Zunahme an Hitzetagen (≥ 30 °C). Von einer Hitzewelle spricht man, wenn drei solche Tage aufeinander folgen. Expert:innen rechnen (ohne globalen Klimaschutz) mit einer Verdopplung oder Verdreifachung der Hitzetage bis 2100 in Österreich. Dies wirkt sich auch auf die Menschen, besonders auf Kinder, kranke und ältere Personen aus.
Im Unterschied zu erwachsenen Personen, welche sich durch das Schwitzen besser hohen Temperaturen anpassen und für Abkühlung sorgen können, schwitzen Kinder noch nicht so stark und dehydrieren deshalb auch rascher (sie trocknen aus). Darum leiden Babys und Kinder auch schneller unter der Hitze und bedürfen eines speziellen Schutzes durch ihre Eltern bzw. ihre Bezugspersonen.
Einfache Maßnahmen helfen
- Am besten ist es, zu lüften wenn sich die Luft etwas abgekühlt hat – also früh am Morgen oder in der Nacht.
- Lass tagsüber die Fenster geschlossen und sorge für Beschattung duch Rollos, Fensterläden, Vorhänge, usw…
- Achte darauf, dass sich der Schlafplatz deines Kindes im kühlsten Zimmer der Wohnung befindet.
- Lass elektrische Geräte aufgrund der Wärmeentwicklung möglichst ausgeschaltet.
- Ein Ventilator sorgt für „kühl empfundenen“ Luftzug. Schau darauf, dass das Gerät für dein Kind unerreichbar aufgestellt ist. Der Luftzug darf nicht direkt auf das Kind gerichtet sein.
Prinzipiell gilt: Säuglinge und kleine Kinder sollten bei heißen Temperaturen immer im Schatten sein und die direkte Sonneneinstrahlung möglichst meiden.
- Zieh deinem Kind helle, leichte und lockere Kleidung an, sodass Luft zwischen Kleidung und Körper strömen kann.
- Oft reicht es, kleinere Kinder gerade in Innenräumen nur mit einer Windel zu bekleiden.
- Auch feuchte Tücher verschaffen bei Temperaturen über 30 Grad angenehme Abkühlung.
- Zum Schlafen genügt oft ein dünner Schlafanzug bzw. Body.
- Wenn du dein Baby stillst, solltest auch du als Mama mehr trinken und dein Kind häufiger anlegen (vor allem, wenn es unter 6 Monaten ist).
- Bei Kindern, die mit der Flasche gefüttert werden, soll dies an Hitzetagen ebenfalls häufiger erfolgen.
- Biete auch älteren Kindern häufig leicht gekühlte Getränke an – am besten Wasser oder ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Du bist das beste Vorbild: Trink gemeinsam mit deinem Kind.
- Leichte, frische Kost eignet sich an heißen Tagen am besten. Dazu gehören Salate, Gemüse, Obst aber auch kühle Suppen. Esst idealerweise über den Tag verteilt mehrere kleinere Mahlzeiten.
- Meide die größte Hitze und verlege Termine bzw. Ausflüge wenn möglich auf den Vormittag bzw. die späten Nachmittags- bis Abendstunden.
- Lass niemals ein Kind (aber auch kein Tier) alleine im Auto – auch nicht nur für einen Moment. Die Hitze im Inneren steigt in kürzester Zeit an und wird zur Lebensgefahr.
- Steig auch, wenn du dabei bist, nach wenigen Minuten aus und such ein schattiges Plätzchen.
- Vermeide Hitzestau im Kinderwagen: Häng keine Tücher oder Decken darüber, verwende stattdessen einen Sonnenschirm oder ein Sonnensegel.
- Seid ihr im Freien, achte darauf, dass sich dein Kind (v.a. Babys und Kleinkinder) immer im Schatten aufhält.
- Zieh deinem Kind zum Schutz einen Sonnenhut an und schütze alle Körperteile, die nicht durch Kleidung bedeckt sind, durch Sonnencreme (Lichtschutzfaktor 30+).
Die Haut deines Kindes (v.a. Säugling bzw. Kleinkind) ist viel empfindlicher als die einer erwachsenen Person. Am besten ist es deshalb, sogar bis zum Vorschulalter, die direkte pralle Sonne zu meiden.
- Achte auf sonnengerechte Kleidung (diese sollte möglichst viel des Körpers bedecken), wie ein Hut mit Nackenschutz, luftige langärmlige Shirts und weite, möglichst lange Hosen. Ideal sind Textilien mit speziellem UV-Schutz.
- Vor allem in den Bergen und in Wassernähe leisten Sonnenbrillen mit hohem UV-Filter gute Dienste.
- Schütze nicht bedeckte Körperteile durch Sonnenschutzmittel, welche speziell für Kinder geeignet sind (mit hohem Lichtschutzfaktor). Trage diese ausreichend auf und wiederhole dies bei längerem Aufenthalt im Freien bzw. nach dem Baden.
- Bei Babys im ersten Lebensjahr sollen Sonnenschutzmittel aufgrund der noch empfindlichen Babyhaut nur bedingt bzw. gar nicht verwendet werden – bleibt lieber im Schatten!
- Achtung: Ein hoher Lichtschutzfaktor und häufiges Eincremen sind kein Freifahrtschein für zu langes Spielen an der prallen Sonne.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat den sogenannten UV-Index eingeführt, denn auch bei bedecktem Himmel dringen bis zu 80% der gesamten UV-Strahlung auf unsere Haut durch. Bei einem UV-Index bis zu 2 ist noch kein besonderer Schutz erforderlich. Alles was darüber hinausgeht, bedarf eines Sonnenschutzes – je höher der Index, umso mehr Schutz braucht es.
Was tun im Notfall?
Sollte dein Baby/Kind zu Hitzezeiten krank sein (Erkältung, vor allem Durchfall) und wenig trinken, hol dir ärztlichen Rat. Falls sich die Körpertemperatur des Kindes verändert, es ungewöhnlich schläfrig oder erschöpft ist: Ruf im Zweifelsfall 1450 oder einen Arzt bzw. eine Ärztin an.
Sonnenstich oder Hitzschlag?
Ein Sonnenstich entsteht durch eine direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Nacken- und Kopfbereich. Betroffen sind vor allem Kinder, aber auch ältere Menschen bzw. auch Menschen mit wenig Haaren. Unser Gehirn reagiert sehr empfindlich auf große Hitze – die Folge ist eine Reizung der Hirnhäute. Dies äußert sich unter anderem durch starke Kopf- und Nackenschmerzen (steifer Nacken), Übelkeit und Erbrechen, Benommenheit, Schläfrigkeit, Unruhe und eine Rötung des Gesichts bzw. Kopfes. Die betroffenen Person hat trotz heißer Haut aber meist kein Fieber.
Erste-Hilfe-Maßnahmen:
- Bring die betroffene Person umgehend in den Schatten.
- Kühle Nacken und Kopf mit feuchten Kompressen bzw. Tüchern.
- Gib der betroffenen Person viel zu trinken (v.a. Wasser, aber auch Tee oder elektrolythaltige Getränke).
- Sorge dafür, dass sich die Person ausruhen kann und hole gegebenenfalls ärztlichen Rat ein.
Der Hitzschlag entsteht durch die Überhitzung des kompletten Körpers. Dies ist deshalb äußerst gefährlich, weil eine eigenständige Regulation der Körpertemperatur nicht mehr möglich ist. Diese Notfallsituation kann ohne entsprechende Hilfe zur Lebensgefahr werden! Ein schneller Puls und eine flache Atmung, Verwirrtheit, Krämpfe, Sprachstörungen, hohe Körpertemperatur (über 40 Grad Celsius), heiße und v.a. trockene Haut bis hin zu möglicher Bewusstlosigkeit sind typische Symptome.
Erste-Hilfe-Maßnahmen:
- Wähle sofort den Notruf (österreichweit 144; Eu-weit 112) und bring die betroffenen Person in den Schatten.
- Entferne beengende Kleidung bzw. öffne diese und kühle den Körper mit feuchten Tüchern.
- Lagere die Beine leicht hoch.
- Gib der betroffenen Person nur dann zu trinken, wenn keine Störung des Bewusstseins vorliegt!
Neben Kindern und älteren Menschen sind vor allem auch Sportler:innen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Personen mit Flüssigkeitsmangel und alle, die im Freien bei Hitze arbeiten, betroffen. Ebenso Menschen, die durch Alkohol oder andere psychoaktive Substanzen konsumieren.
Bei weiteren Fragen zum Thema gibt es auch die Möglichkeite, das HITZETELEFON zu kontaktieren (0800 880 800). Hier erhältst du zusätzliche Tipps und persönliche Ratschläge, wie du dein Kind und auch dich selbst vor Hitzebelastungen schützen kannst.
Weitere Tipps und Tricks rund um die Kinder-Unfallprävention findest du unter obacht-kindersicherheit.at. Gerne kannst du dich unverbindlich für den kostenlosen Versand der OBACHT-Ausgaben anmelden. Diese erhältst du auf Wunsch digital oder per Post, halbjährlich immer genau auf das Alter und die Entwicklungsstufe deines Kindes angepasst.