Ratgeber

Sicher im eigenen Reich

Tipps für ein sicheres kinderzimmer

Das Kinderzimmer ist für die Kleinsten weit mehr als nur ein Schlafplatz – es ist ihr persönliches Reich zum Spielen, Entdecken und Träumen. Doch gerade dort, wo Abenteuer und Fantasie zuhause sind, lauern auch Risiken: Möbel können kippen, Spielsachen verschluckbar sein oder Kabel zur Stolperfalle werden. Damit aus dem Rückzugsort kein Gefahrenraum wird, ist eine durchdachte Unfallprävention entscheidend.

In den folgenden Abschnitten haben wir praktische Tipps und Tricks zusammengefasst, wie Kinderzimmer mit einfachen Maßnahmen altersentsprechend kindersicher gestalten werden können – vom richtigen Mobiliar über sichere Aufbewahrung bis hin zu geeigneten Spielsachen. So entsteht ein Raum, in dem sich Kinder geschützt und doch frei entfalten können.

Kinderzimmer_©pixabay_4508017_1280

Damit das Kinderzimmer wirklich zu einem sicheren Ort wird, reicht es nicht, nur die offensichtlichen Gefahrenquellen zu beseitigen. Oft sind es kleine Details und versteckte Risiken, die den entscheidenden Unterschied machen.

Unser Tipp: Kontrolliere anhand unserer Checkliste euer Zuhause – begib dich dabei auch auf Augenhöhe deines Kindes – so werden plötzlich Gefahren sichtbar, die im Alltag leicht übersehen werden.

  • Achte bei allen Materialien und Möbelstücken darauf, dass sie schadstofffrei sind und keine gesundheitlichen Risiken bergen.
  • Kindgerechte Einrichtung zeichnet sich durch abgerundete Ecken und Kanten aus.
  • Ein weicher Bodenbelag wie Teppich, Kork oder Naturfasern kann Stürze abfedern und Verletzungen vorbeugen.
  • Schwere Gegenstände sollten grundsätzlich in Bodennähe verstaut werden, um das Risiko des Herunterfallens zu vermeiden.
  • Auch im Kinderzimmer ist ein Rauchmelder sinnvoll.
  • Fenster ohne abschließbare Griffe lassen sich mit speziellen Sicherungen (z.B. winlock) nachrüsten, um ungewolltes Öffnen zu verhindern. Mehr Informationen, wie du Stürze leicht vermeiden kannst, findest du hier.
  • Möbel im Kinderzimmer sollten robust gebaut sein, einen sicheren Stand haben und keine gefährlichen Zwischenräume aufweisen. Regale gehören fest an der Wand verankert, damit sie nicht kippen können.
  • Sitzmöbel oder Spieltische sollten nicht direkt vor Fenstern stehen, da Kinder sie leicht als Kletterhilfe nutzen könnten.
  • Hochbetten sind erst für ältere Kinder geeignet. Unter sechs Jahren besteht ein erhöhtes Sturzrisiko. Bei der Nutzung sollten Rahmen und Leiter stabil befestigt sein, und eine hohe Umrandung sorgt für zusätzliche Sicherheit. Mehr dazu weiter unten.
  • Statte Steckdosen mit speziellen, gesetzlich erlaubten Kindersicherungen aus. Hier weiterlesen …
  • Kabel müssen ordentlich verlegt und sicher fixiert sein.
  • Lampen sollten fest an Wand oder Decke montiert werden, anstatt lose im Raum zu stehen.
  • Für Kinderzimmer eignen sich ausschließlich Leuchten mit einer Spannung von maximal 24 Volt.
  • Glas, das bruchsicher ist, reduziert das Risiko von Schnittverletzungen.
  • Schnüre von Vorhängen oder Rollos müssen außerhalb der Reichweite von Kindern verlaufen und zusätzlich befestigt werden.
  • Verzichte auf Spielzeug, das mit Schadstoffen belastet ist.
  • Wähle Spielzeug passend zum Alter des Kindes.
  •  Kleinteile oder Knopfzellen stellen für Kinder unter drei Jahren Erstickungs- bzw. Lebensgefahr dar. Achte darauf, dass Batteriefächer verschlossen und Batterien unerreichbar für dein Kind aufbewahrt sind. Sorge auch dafür, dass jüngere Kinder nicht unbeaufsichtigt mit kleinteiligen Spielsachen älterer Geschwister spielen.
  • Überprüfe Spielzeug regelmäßig darauf, ob sich Teile lösen, scharfe Kanten entstehen oder Materialien splittern.

Im Ratgeber Sicheres Spielzeug findest du weitere hilfreiche Informationen zum Thema.

Etagenbetten und Hochbetten sind sehr beliebt bei Kindern. Kein Wunder, denn das Hochklettern ist spannend, und sie geben dem Kinderzimmer neue Spielmöglichkeiten. Der Bereich unter dem Bett kann sich in Stauraum, eine Kuschelhöhle oder einen Arbeitsplatz verwandeln. Mit einem Hochbett lässt sich vor allem in kleineren Zimmern die Wohnfläche optimal nutzen.

Prüfe vor dem Kauf, ob das Bett insgesamt einen soliden und sicheren Eindruck macht.

  • Das Bett darf keine scharfen oder spitzen Stellen haben, an denen dein Kind sich verletzen könnte.
  • Modelle aus robusten Materialien wie Holz oder Metall sind langlebiger als solche aus minderwertigen Werkstoffen.
  • Die Auflage für die Matratze muss stabil im Rahmen sitzen und darf nicht verrutschen.
  • Die Umrandung des Bettes soll deutlich über die Liegefläche hinausragen, damit ein Herausfallen verhindert wird (laut Norm mind. 16 cm zwischen Oberkante Matratze und Oberkante Brüstung – empfohlen sind sogar 30 cm). Achte hier besonders darauf, wenn die Matratze gesondert zum Bett gekauft wird.
  • Die Leiter sollte angenehm begehbar sein, mit ausreichend breiten und stabilen Trittflächen (Sprossenabstand mind. 20-30 cm; Sprossentiefe mind. 9 cm; Sprossenbriete mind. 30 cm).
  • Achte darauf, dass die Leiter fest angebracht ist; zusätzliche Haltemöglichkeiten erhöhen die Sicherheit.

Gültige Normen sind: DIN EN 747-1/DIN EN 747-2.

Hochbetten sind prinzipiell erst für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Kleinere Kinder können leicht das Gleichgewicht verlieren, herunterfallen und sich verletzen. Auch ist das Risiko- bzw. Gefahrenbewusstsein in dieser Altersstufe noch kaum bis gar nicht ausgeprägt.

  • Besprich Regeln mit deinem Kind, z. B. „Das Bett ist ein Schlafplatz – deshalb wird dort nicht getobt und gehüpft!“
  • Es gibt praktische Anti-Rutsch-Streifen für die Leitersprossen, die du anbringen kannst.
  • Leg eine weiche Unterlage vor das Bett, falls doch mal was passiert.
  • Vermeide Kabel, Elektrogeräte,  Vorhänge, Heizkörper, Fenster, usw. in Bettnähe.
  • Hänge keine Seile o.Ä. zum Klettern oder Schaukeln ans Bett, um eine Strangulationsgefahr zu vermeiden.
  • Wenn Kleinkinder im selben Haushalt leben oder zu Besuch sind, solltest du ein Hoch- oder Etagenbett so sichern, dass kein Kind hochklettern kann. Dafür kannst du zum Beispiel die Leiter tagsüber einfach abnehmen.

Weitere Tipps und Tricks rund um die Kinder-Unfallprävention findest du unter obacht-kindersicherheit.at. Gerne kanns du dich unverbindlich für den kostenlosen Versand der OBACHT-Ausgaben anmelden. Diese erhältst du auf Wunsch digital oder per Post, halbjährlich immer genau auf das Alter und die Entwicklungsstufe deines Kindes angepasst.

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