Ratgeber

Sicheres Wandern

Was lange Zeit als verstaubte Freizeitbeschäftigung galt, erlebt seit einigen Jahren ein ungeahntes Comeback. Wandern begeistert sowohl ältere Generationen als auch junge Menschen. Bei der Planung und Durchführung Ihrer Wandertouren soll Ihnen der PEAK-Bergcheck behilflich sein. Er wurde von der bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung / Schweiz) entwickelt und in einer drei jährigen Kampagne „Bergwandern – aber sicher“ landesweit beworben. Sicheres Vorarlberg hat dieses Konzept für Vorarlberg übernommen. In Zusammenarbeit mit den Alpinorganisationen der Bergrettung, Bergführer, Alpenverein, Naturfreunde und der Alpinpolizei wurde der PEAK Check auf Vorarlberg abgestimmt und seit dem Jahr 2015 auch öffentlich gemacht.

Peak 1 Teil

PEAK steht für

P wie Planung

E wie Einschätzung

A wie Ausrüstung

K wie Kontrolle

P WIE PLANUNG

Nehmen Sie sich genügend Zeit für die Planung. Informieren Sie sich über Distanz, Höhenmeter und Profil der Tour. Passen Sie die Tour Ihrer körperlichen Verfassung an. Mit Kindern, älteren Personen oder Gruppen gilt, zusätzlich Zeit einzurechnen. Wenn Sie allein aufbrechen, sollten Sie Dritte über die Tour informieren.

E WIE EINSCHÄTZUNG

Überlegen Sie, welcher Wanderkategorie Ihre Tour entspricht? Für Vorarlberg und die Schweiz gilt:

  • Gelb weiß =Leicht
  • Weiß rot weiß = Mittel
  • Weiß blau weiß = Schwer

Bei nassen Verhältnissen sind Wanderwege rutschig und können an exponierten Stellen gefährlich werden. Im Frühsommer muss in höheren Lagen mit Schneefeldern gerechnet werden. Behalten Sie die lokale Wetterprognose sowie das Gewitterrisiko im Auge.

A WIE AUSRÜSTUNG

Tragen Sie auf jeder Bergwanderung feste, hohe Schuhe mit rutschfester Profilsohle. Schützen Sie sich mit Sonnencreme, Kopfbedeckung und Sonnenbrille vor der intensiveren Sonne. Auch im Sommer bei Schönwetter sollten Sie auf warme Kleidung und Regenschutz nicht verzichten. Empfehlenswert ist das Zwiebelprinzip mit verschiedenen Lagen von Kleidungsstücken, sodass Sie sich der Temperatur anpassen können. Nehmen Sie, je nach Tourenlänge, ausreichend Flüssigkeit und Esswaren mit und starten Sie die Tour mit einem reichhaltigen Frühstück. Für die Orientierung ist eine aktuelle Karte hilfreich, da hier alle vorhandenen Wege eingezeichnet sind. Optimal sind Karten mit dem Maßstab 1: 25 000 und 1: 50 000. Touristische Panoramakarten geben nur ungefähre Auskunft über Gelände und Wegverlauf.

Tipp: Für die beste Orientierung drehen Sie die Karte so, dass die Richtung dem Gelände entspricht.

Für die Auswahl des richtigen Wanderrucksackes gilt: das Volumen des Rucksacks sollte zur Tour passen, das maximale Ladegewicht sollte 25 Prozent des Körpergewichtes nicht übersteigen. Tragen Sie schwere Lasten möglichst körpernah.

Für den Notfall: sollte immer ein Erste-Hilfe-Paket und eine Rettungsdecke im Rucksack sein. Ein Biwacksack empfiehlt sich besonders bei größeren Unternehmungen. Auch ein RECCO Reflektor kann bei einem Sucheinsatz dabei helfen, schneller von Einsatzkräften gefunden zu werden.

K WIE KONTROLLE

Müdigkeit kann die Trittsicherheit stark beeinträchtigen. Trinken, essen und rasten Sie regelmäßig, um leistungsfähig und konzentriert zu bleiben. Orientieren Sie sich regelmäßig über Ihren aktuellen Standort und überprüfen Sie Ihre Zeitplanung. Nur so können Sie sich rechtzeitig über Alternativen bzw. Abbruch der Tour entscheiden. Steile Gras-, Geröll- und Schneehänge sind im Aufstieg sicherer zu bewältigen als im Abstieg. Wenn möglich Altschneefelder meiden.

Behalten Sie das Wetter im Auge und kehren Sie bei Schlechtwettereinbruch rechtzeitig um oder suchen Sie Schutz, bleiben Sie aber auf den markierten Wegen.

Falls Sie sich verlaufen haben, bleiben Sie als Gruppe zusammen und kehren Sie zum letzten bekannten Punkt zurück.

Wandern in der Gruppe –  was ist zu beachten?

  • Längere oder technisch schwierige Touren sollten immer in der Gruppe in Angriff genommen werden
  • Bei der Zielauswahl sollte die körperliche Fitness aller Teilnehmenden berücksichtigt werden
  • Sowohl während der Planung, also auch während der Wanderung ist gegenseitige Rücksichtnahme das A und O  – maßgebend ist hier die körperliche Verfassung des Schwächsten
  • Wichtig: Bei einer kurzen Pause – marschieren Sie nicht gleich weiter wenn der Nachzügler eingetroffen ist!
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