Ich lass mein Glas nicht stehen! | Sicheres Vorarlberg
Blogbeitrag vom 21. März 2022

Ich lass mein Glas nicht stehen!

Seit dem 5.März heißt es für mich und viele andere NachtschwärmerInnen: Endlich wieder fortgehen! Die Freude ist groß, waren doch die Clubs ganze eineinhalb Jahre lang geschlossen. Die schnell gewonnene Euphorie legt sich aber schnell, denn nach wie vor ist Fortgehen gerade für junge Frauen wie mich immer wieder mit Risiken verbunden. Nicht selten hört man von Fällen, bei denen jungen ClubgängerInnen fremde Substanzen ins Getränk gemischt wurde. Ich selbst habe (gottseidank) noch keine Erfahrungen mit K.O. Tropfen gemacht und fühle mich beim Ausgehen relativ sicher, da ich immer in einer größeren Gruppe unterwegs bin. Dennoch kenne ich vereinzelt Personen, die aufgrund totaler Blackouts vermuten, dass ihnen die Substanz unwissentlich verabreicht wurde. Die große Gefahr geht davon aus, dass die Tropfen einerseits geruch- und farblos sind und andererseits nur für sehr kurze Zeit nachgewiesen werden können. Außerdem können sie innerhalb weniger Minuten eine Person komplett handlungsunfähig machen.

Die Berichterstattung über K.O. Tropfen hat in den letzten Monaten enorm zugenommen. Zuletzt gab es im Vereinigen Königreich einen medialen Aufschrei und die Aufforderung zur Boykottierung von Clubs. Unter der Protest-Aktion „Girls Night In“ riefen die Organisatorinnen landesweit junge Frauen dazu auf, das Nachtleben zu boykottieren. Die Kampagne soll das Bewusstsein für das Problem erhöhen und auf den hohen Gebrauch der Partydroge aufmerksam machen. Die Kenntnis des Risikos ist bei den meisten zwar vorhanden, allerdings fällt mit zunehmendem Alkoholkonsum nicht nur die Hemmungslosigkeit, sondern auch die Aufmerksamkeit. Nehm ich mein Glas immer mit? Das kann ich pauschal nicht mit „Ja“ beantworten. Ich versuche allerdings, mein Glas wirklich erst dann abzustellen, wenn es komplett leer ist.

Da der Gebrauch von K.O. Tropfen nur schwer unterbunden werden kann, ist es umso wichtiger, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu schützen. Wie du dagegen vorgehen kannst:

  • Lass dein Getränk nie unbeobachtet stehen!
    Die Versuchung, schnell mal das Getränk auf einem Tisch abzustellen, während man sich für die Toilette anstellt, ist groß. Dennoch solltest du deinen Drink nie aus den Augen lassen, denn das Hinzufügen von K.O. Tropfen dauert nur wenige Sekunden. Außerdem ist die Flüssigkeit transparent und kann daher nicht erkannt werden. Frag stattdessen lieber deine Freunde, ob sie auf dein Getränk aufpassen können, während du am WC bist.
  • Nimm keine Getränke von fremden Personen an!
    Gratis Drinks im Club klingen zwar sehr verlockend, sind allerdings eine potentielle Gefahrenquelle. Da du die Absicht deiner Bekanntschaften nicht kennst, solltest du den Weg des Glases von der Bar bis zu deiner Hand immer aufmerksam verfolgen.
  • Vereinbare deine Treffen mit Online-Bekanntschaften nur an öffentlich Orten!
    Wähle am besten einen Ort, an dem du dich gut auskennst und informiere eine gute Freundin oder einen guten Freund über das Treffen.
  • Hör auf dein Bauchgefühl!
    Verspürst du auf einer Party oder bei einem Treffen ein plötzliches Unwohlsein, wende dich sofort an eine Vertrauensperson und geh auf keinen Fall alleine wohin.
  • Such Hilfe beim Barpersonal!
    In vielen Clubs gibt es mittlerweile gewisse Codewörter, oft Namen, die dem Barpersonal indirekt vermitteln, dass du gerade belästigt wurdest oder dich unwohl fühlst.
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