"Klug war's nicht, aber geil" | Sicheres Vorarlberg
Blogbeitrag vom 18. April 2022

„klug war’s nicht,
aber geil“

Planung ist die halbe Miete

Als „Zuagroasta“ war es natürlich wichtig das Ländle und vor allem die Bergwelt kennen zu lernen und zu erkunden.

Gesagt, getan. Rein ins Auto, Rucksack und Bergschuhe in den Kofferraum und Start zur Ländle-Rundfahrt mit exakt keinem Ziel. Der Blick aus dem Fenster auf einen lässigen Berg, Auto parken, kurzer Blick auf die Karte und los geht´s. Schnell rauf, schnell runter, wieder rein ins Auto und weiter. Ah, der Gipfel schaut aber auch super aus. Wieder Auto parken und schnell rauf und schnell runter.

Kein Mensch wusste von den Plänen, kein Mensch wusste, wo ich war. Freiheit in der schönsten Reinheit?

Angenommen mir wäre etwas passiert und ich hätte selbst keinen Notruf abgeben können. Naja, es war an einem Mittwoch und spätestens am Montag hätte man es in der Firma mitbekommen. Meine Mutter wäre nicht nervös geworden, wenn sie mal zwei Wochen nichts von mir hört. Vielleicht hätte mich jemand zufällig vorher entdeckt?

Nach dieser Ländletour dachte ich mir ja selbst, ob ich eigentlich bescheuert bin. Wie viele Suchaktionen hatte ich schon hinter mir, wo wir nicht genau wussten in welchem Bereich wir die vermisste Person suchen sollten? Wie lange hatte es oft gedauert, bis das Auto und zumindest ein kleiner Anhaltspunkt zur vermissten Person von der Polizei entdeckt wurde? Wie oft hatte ich kein Verständnis für solche Berggeher, die eine Tour unternahmen, ohne irgendwo Bescheid zu geben, was sie vorhatten? Tja, und jetzt mache ich selbst genau denselben Blödsinn…

Zukünftig lag für den Kumpel und Vermieter ein Zettel am Küchentisch mit der geplanten Unternehmung oder im Freundeskreis wusste man Bescheid und ich meldete mich kurz zurück, wenn ich wieder im Tal war.

Alpine Parkuhr2

Eine relativ neue und – aus meiner Sicht – elegante Lösung ist die Alpine Parkuhr, die ich im Auto mit meiner Telefonnummer und der geplanten Rückkehr hinter der Windschutzscheibe anbringen kann. Auf einen Zettel noch das Tourenziel rauf und die wichtigsten Infos für den Ernstfall liegen sichtbar auf. Änderungen im Tourenplan und beim Tourenziel führen die Alpine Parkuhr und sonstige Notizen obsolet. Die beste Tourenplanung hilft halt nichts, wenn man sich dann nicht daranhält. Deshalb heißt das gesamte Bergkonzept ja auch „PEAK (Planung, Einschätzung, Ausrüstung, Kontrolle)“ und nicht „P“.

Eigentlich kein großer Aufwand, aber im Ernstfall für die Bergrettung und vor allem für die gesuchte Person lebensrettend.

Bergsteigerdörfer & dIE ALPINE pARKUHR

Die Initiative Bergsteigerdörfer wurde 2008 vom Österreichischen Alpenverein ins Leben gerufen und stellt eine mittlerweile internationale Plattform für Gemeinden und Talschaften abseits des Massentourismus dar. Ziel ist es, eine Mehrwert für Einheimische und auch Gäste zu schaffen. Ganz im Sinne der Alpenkonvention geht es um die Balance zwischen dem Schutz der Gebirgsregionen und einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Tourismus- und Wirtschaftsentwicklung.

Schon 2013 hatte Ludwig Wolf, Köblwirt aus dem Bergsteigerdorf Johnsbach, die Idee zur Alpinen Parkuhr.
Gut sichtbar im abgestellten Fahrzeug hinterlegt, können so unnötige Einsätze der Bergrettung verhindert und Einsätze bei Notlage rascher und effektiver durchgeführt werden.

Die alpine Parkuhr kann kostenlos den Alpenvereinssektionen oder den Bergsteigerdörfern bezogen werden.

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