Risikofaktor Kind-Sein: Den Umgang mit Gefahren lernen | Sicheres Vorarlberg
Blogbeitrag vom 5. Mai 2022

Risikofaktor Kind-Sein: 

Den Umgang mit Gefahren lernen

Carina ist Mama von vier Kindern und weiß, dass es dafür kein Handbuch gibt. Wie sie und ihre Kinder mit Risiken umgehen und was es heißt, wenn plötzlich alles auf einmal passiert – Carina erzählt ihre Geschichte.

Ich erinnere mich noch gut an den Tag. Der Kleinste war damals grad einmal zwei und die Große schon im Kindi. Wir wohnten zu dieser Zeit schon in unserem Bauernhaus und die alten Türen hatten diese schwarzen Kastenschlösser. An dem Tag hat der Kleine es irgendwie geschafft, den unteren Riegel des Schlosses zuzuschieben und sich alleine in unserem Schlafzimmer im zweiten Stock einzusperren. Ich habe natürlich mit allen Mitteln versucht, das Schloss von außen aufzukriegen und irgendwie die Tür zu öffnen, aber keine Chance.

Zu allem Überfluss hat genau in diesem Moment das Telefon geklingelt: Der Großen war im Kindi schlecht geworden und ich solle sie bitte gleich abholen. Das Gefühl, an zwei Orten gleichzeitig sein zu müssen, werde ich nie vergessen. Wir haben schlussendlich die Tür aufbohren müssen, um den Kleinen rauszuholen und es ist alles gut ausgegangen. Aber wenn man Mama wird, erkennt man plötzlich Risiken, wo man sie vorher nie erwartet hätte. Das sind schon Kleinigkeiten wie Türschlösser. Ich muss dazusagen, dass ich nicht überängstlich bin und meine Kinder von allem abschirmen möchte. Ich glaube, das Wichtigste ist, das Mittelmaß zu finden.

Das Wichtigste ist, das Mittelmaß zu finden.

Bei uns gibt es klare Regeln und Grenzen: Zum Beispiel ist neben uns ein Bauernhof und der Kanaldeckel ist die Grundstücksgrenze. Die Kinder wissen genau, dass sie diese Grenze nicht überschreiten dürfen. Auch wenn es als Mama manchmal schwer ist zuzuschauen, höre ich auf mein Bauchgefühl und lass sie die Rutsche rauflaufen oder auf den Baum vor dem Küchenfenster klettern. Ich möchte ihnen den Raum lassen, ihr Ding zu machen und ihnen dabei helfen, den richtigen Umgang mit Risiken zu lernen.

Ich bin selber vorsichtiger geworden, seit ich Mama bin. An einem sonnigen Samstag haben mich früher die Berge magisch angezogen. Heute kann ich auch gut mal eine Gelegenheit auslassen, weil ich kein unnötiges Risiko eingehen will und öfter daran denke, dass etwas passieren könnte. Aber wie mein Bruder so schön sagt: Die Berge sind keine Frösche. Sie hüpfen nicht davon.

Die Geschichte wurde von Veronika Mennel verfasst.

WIR ALLE SIND UNFALLPRÄVENTION
25 Jahre Sicheres Vorarlberg

Wir feiern 2022 unser 25-jähriges Bestehen und nutzen das Jahr, um das Thema Unfallprävention mehr in´s Bewusstsein der Menschen zu rücken. Denn jeder kann und macht Unfallprävention auf vielfältige Weise. Wir als Organisation möchten  zusätzlich anregen und unterstützend mithelfen.

Daher stellen wir euch jeden Monat eine neue Persönlichkeit vor, die ihre Geschichte erzählt. Die Geschichten über Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse zeigen, wie viel wir alle zu einem sicheren Vorarlberg beitragen können.

Tags:
Das könnte Sie auch interessieren

Aktuelle Themen

Die optimale Lagerung von Chemikalien im Haushalt
Lena fasst hilfreiche Tipps für das Lagern von Chemikalien im Haushalt zusammen.
„Ich möchte einen Standard für die Sicherheit schaffen.“
Als Waldaufseher und Forstfacharbeiter liegt es Stefan am Herzen, das Arbeiten im Wald sicherer zu...
Vom Stürzen und Wiederaufstehen
Marit verbringt jede freie Minute auf ihrem Bike. Deshalb weiß sie, welche Konsequenzen eine...