Blogbeitrag vom 2. November 2022

Sicher auf den Beinen und Bürostühlen

 

Erwin ist einer der jungen Alten. Man spürt ihm die Lebensfreude richtig an. Erwin liebt Konzerte, sein Zuhause am See und Spaziergänge durch Bregenz. Und obwohl er sicher auf den Beinen ist, weiß er aus eigener Erfahrung, wie schnell ein Sturz passieren kann.

Ein eisiger Wind zog durch die Gassen, es lag noch Schnee vom Vortag auf den Straßen und ich war auf dem Weg zu einem Konzert. Ich nahm den Bus und weiß bis heute nicht, wie das, was geschehen ist, überhaupt passieren konnte. Beim Aussteigen war’s wohl so glatt, dass es mir prompt die Füße weggezogen hat und ich bis zu den Knien unter den Bus gerutscht bin.

Ich erinnere mich nicht, wie das ging, aber ich muss eine ordentliche Drehung hingelegt haben. Bevor ich realisierte, wie mir geschah, halfen mir die Passanten wieder auf die Beine und ich dachte gar nicht weiter darüber nach, sondern fuhr nach Dornbirn zum Konzert. Erst gegen Ende, als mein Enkel auf meinem Schoss sitzen wollte, meldete sich langsam ein Schmerz im linken Bein. Ich dachte mir nichts und ging nachhause.

Dort zog ich die Schuhe aus und dann gings richtig los mit den Schmerzen. Am nächsten Morgen war an Laufen nicht mehr zu denken. Ich habe mich auf meinen fahrbaren Bürostuhl gehievt und bei der Rettung angerufen. Der Arzt schaute sich den Fuß an und ich fragte noch frech „Ist der Knöchel verstaucht?“. Er zog nur die Augenbrauen hoch: „Ihr Fuß ist gebrochen.“

Mit rosa Gips wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen - weiß war gerade aus!

Mit rosa Gips (weiß war aus) und Krücken wurde ich entlassen und dann habe ich zwei Fehler gemacht. Erstens: Ich kam mit den Krücken nicht klar und habe sie in die Ecke verbannt. Obwohl ich den Fuß nicht hätte belasten dürfen, bin ich auf der Ferse durch die Stadt gehinkt. Ich glaube, dass ich mir dabei den Knöchel irgendwie verdreht habe, denn ich hatte danach ein ganzes Jahr lang Probleme beim Laufen. Hinken ging, elegantes Gehen nicht.

Hätte ich den Rat des Arztes befolgt und die Krücken richtig verwendet, wäre das wohl nicht passiert. Der zweite Fehler hat mit meinem Bürostuhl mit Rädern zu tun. Eines Tages hinkte ich samt Gips zum Computer, ließ mich auf den Stuhl plumpsen, verfehlte ihn jedoch und landete auf dem Boden. Ich konnte mich drehen und wieder aufstehen – nichts passiert. Aber ich habe gelernt: Stühle mit Rädern beim Draufsetzen immer festhalten.

Die Geschichte wurde von Veronika Mennel verfasst.

WIR ALLE SIND UNFALLPRÄVENTION
25 Jahre Sicheres Vorarlberg

Wir feiern 2022 unser 25-jähriges Bestehen und nutzen das Jahr, um das Thema Unfallprävention mehr in´s Bewusstsein der Menschen zu rücken. Denn jeder kann und macht Unfallprävention auf vielfältige Weise. Wir als Organisation möchten  zusätzlich anregen und unterstützend mithelfen.

Daher stellen wir euch jeden Monat eine neue Persönlichkeit vor, die ihre Geschichte erzählt. Die Geschichten über Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse zeigen, wie viel wir alle zu einem sicheren Vorarlberg beitragen können.

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