Was ist giftig für Kinder? Wie kann man sie schützen?| Sicheres Vorarlberg
Ratgeber

Was ist giftig für kinder?

Wie kannst du dein Kind vor vergiftungen im haushalt schützen?

Wenn Kinder beginnen, sich selbstständig fortzubewegen und neugierig die Welt zu entdecken, gelangen für sie bisher unerreichbare Dinge in ihre Reichweite. Abhängig vom Alter und vom Entwicklungsstand eines Kindes verändern sich demnach auch die Unfallschwerpunkte. Mit zunehmendem Aktionsradius des Kindes steigt das Risiko, dass es mit giftigen oder ätzenden Substanzen in Berührung kommt. Was ist jetzt aber wirklich giftig für Kinder?

Laut Vergiftungsinformationszentrale handelt es sich bei solchen Unfällen meist um den Kontakt bzw. die Einnahme von Haushaltschemikalien, Medikamenten oder Kosmetika. Bewahre daher giftige Alltagsbegleiter immer kindersicher und außer Reichweite von Kindern auf.

Typische Gefahrensituationen

Oftmals ist man sich gar nicht bewusst, dass viele Dinge, die man zuhause hat und regelmäßig benutzt, bei unsachgemäßem Gebrauch sehr gefährlich sein können, wie z.B. Rohrreiniger, Medikamente und Knopfbatterien. Sieh dich zuhause genau um und bedenke, dass gerade kleinere Kinder alles mit dem Mund erkunden, ausprobieren und auch verschlucken. Lass dein Kind nie unbeaufsichtigt, wenn du mit potenziellen giftigen Substanzen arbeitest. Typische Gefahrensituationen entstehen meist durch kurze Ablenkung beim Hausputz oder bei Hobby- und Bastelarbeiten, wenn überraschend das Telefon klingelt oder jemand an der Tür läutet.

Was ist giftig für mein Kind?

Im Notfall

 

  • Ruhe bewahren
  • Gefahrenquelle entfernen
  • Mundhöhle reinigen
  • Notruf 144 und/oder Vergiftungsinformationszentrale 01 406 43 43 anrufen
  • Folgende Angaben sind dabei wichtig:
    • WAS? Möglichst genaue Bezeichnung der Substanz bzw. des Produkts
    • WIE VIEL? Möglichst genaue Mengenangabe
    • WER? Alter, Gewicht, Geschlecht und Zustand der Person
    • WANN? Zeitpunkt des Geschehens
    • WO? Ort des Geschehens
    • WIE? Verschlucken, Einatmen, Hautkontakt, …

Untenstehende Checkliste der VIZ (Vergiftungsinformationszentrale) in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit kann dich dabei unterstützen, die größten Gefahrenquellen zu erkennen und Vergiftungsunfälle im Haushalt zu vermeiden. Überprüfe die Vorsichtsmaßnahmen auch in anderen Haushalten, in denen sich dein Kind aufhält – wie z.B. bei den Großeltern.

CHECKLISTE zum Umgang mit gifthältigen Produkten

  • Etikett lesen! Empfehlungen zu Produktanwendung, Warn, und Sicherheitshinweise sowie Gefahrensymbole beachten.
  • Giftige und ätzende Substanzen, Medikamente und Knopfbatterien stets außer Reichweite von Kindern aufbewahren, auch wenn du nur kurz den Raum verlässt!
  • Produkte kritisch prüfen und für die Gesundheit unbedenklichere Alternativen in Betracht ziehen.
  • Für den Privatgebrauch keine Industriechemikalien verwenden.
  • Giftige Substanzen niemals neben Lebensmitteln lagern oder in Lebensmittelbehälter oder Getränkeflaschen umfüllen.
  • Auf kindersichere Verschlüsse achten, aber niemals darauf verlassen. Mit genügend Zeit kommen Kinder in der Regel fast auf alles drauf.
  • Nicht mehr benötigte Chemikalien, Farben, Lacke, Reinigungsmittel etc. sowie leere Batterien aus dem Haushalte entfernen und umweltgerecht entsorgen.
  • Vorsicht beim Entkalken von Wasserkochern und Kaffeemaschinen: Rückstände der Entkalkungsflüssigkeit  im Gerät könnten versehentlich getrunken werden.
  • Portionierte Kapseln mit Flüssigwaschmittel und bunte WC-Beckensteine wirken aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Süßigkeiten (wie z.B. Fruchtgummis) attraktiv auf Kinder und stellen bei Verzehr oder Hautkontakt ein ernstes Gesundheitsrisiko dar.
  • Medikamente aller Art in der Originalverpackung mit Beipackzettel und in einer verschließbaren Hausapotheke aufbewahren; auch Medikamentdispenser  kindersicher verwahren.
  • Medikamente möglichst nicht vor den Augen der Kinder einnehmen und niemals als Zuckerl oder Limonade bezeichnen.
  • Im Kühlschrank gelagerte Medikamente in schwer zu öffnenden Boxen oder Dosen verpacken.
  • Denk auch an Medikamente in deiner Handtasche: Kleine Kinder suchen in dieser gern nach verborgenen Schätzen.
  • Kosmetika, wie Nagellackentferner, kindersicher verwahren
  • Parfüm, Eau de Toilette, Rasierwasser u.ä. Produkte enthalten Alkohol (Ethanol) und können durch Trinken Schleimhautreizungen hervorrufen.
  • Ölige Flüssigkeiten, wie z.B. Babyöle, können nach „Verschlucken“ und Eindringen in die Lunge eine ernsthafte Gefahr darstellen.
  • Knopfbatterien/Batterien können im menschlichen Körper schwerste Verletzungen verursachen und sind daher kindersicher zu verwahren.
  • Achten Sie bereits beim Kauf von batteriebetriebenen Spielwaren darauf, dass das Batteriefach für Kinder nicht zu öffnen ist.
  • Lass keine Gegenstände wie Zigaretten und Tabakwaren, Feuerzeuge oder Aschenbecher für Kinder erreichbar liegen.
  • Alkoholische Getränke wegschließen. Entsorge jegliche Reste von Alkohol in Flaschen und Gläsern.
  • Vermeide Essigessenzen im Haushalt.
  • Verzichte auf flüssige Grillanzünder, Öllampen und Lampenöle, deren Grundlage Erdöldestillate, wie Petroleum oder Paraffin, sind. Bereits geringste Mengen (durch Saugen am Docht der Lampe) können bei Kleinkindern lebensbedrohliche Komplikationen auslösen.
  • Denk auch an deine Garage, Werkstatt oder den Keller: Hier finden sich oftmals ätzende oder giftige Produkte, wie Lacke und Frostschutzmittel und Dünge- oder Pflanzenschutzmittel.
Gesundheitsgefahr_Symbol

Gesundheitsgefahr

Das Rufzeichen warnt vor diversen Gesundheitsgefahren. Die Stoffe können gesundheitsschädlich bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einnahme sein.

Ätzend_korrosiv_Symbol

Ätzend/korrosiv

Diese Substanzen können ätzend auf Haut, Schleimhäute und Augen einwirken.

Ernste Gesundheitsgefahr_Symbol

Ernste Gesundheitsgefahr

Dieses Piktogramm weist auf Gefahren von möglichen schweren Gesundheitsschäden hin.

Giftig_Symbol

Giftig

Bestimmte Chemikalien können schon in kleinsten Mengen zu lebensgefährdenden Vergiftungen führen, wenn sie auf die Haut gelangen, verschluckt oder eingeatmet werden.

SIGE_Kindersicherheit

Mit Geduld und Aufmerksamkeit

Trotz aller Schutzmaßnahmen sind die Eltern gefragt. Sie haben die wichtige Aufgabe, ihrem Kind Gefahren aufzuzeigen.

Erkläre deinem Kind alles genau. Und dies altersentsprechend und bei Bedarf auch öfters! Denn kein Sicherheitsprodukt ersetzt die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten!

Genauere Informationen dazu findest du auch in unserer Broschüre „Kindgerecht. Ein Kinderspiel“. Diese kann man kostenlos unter info@sicheresvorarlberg.at bestellen. Hier steht sie auch zum downloaden bereit!

Tags:
Das könnte Sie auch interessieren

Aktuelle Themen

Sicheres Fahrradfahren
Hol dir wichtige Tipps und Angebote für mehr Sicherheit beim Fahrradfahren im Straßenverkehr.
Sicheres Schneeschuhwandern
Mit Schneeschuhen das Gebirge erkunden
Pistentourengehen
Sicher auf den Pisten